Übersicht 2010

Einlass ist jeweils ab 20 Uhr; die Filme beginnen bei Einbruch der Dunkelheit (ca. 22 Uhr).

Mittwoch, 4. August

Die Welt ist groß und Rettung lauert überall

von Stephan Komandarev, Bulgarien/Deutschland/Italien/Slowenien 2007, 105 min, OmU

Die Welt ist groß und Rettung lauert überallQuietschende Bremsen, ein Auto, das sich überschlägt – danach erinnert Alex sich an nichts mehr. Selbst seinen aus Bulgarien angereisten, temperamentvollen Großvater erkennt er nicht. Doch Bai Dan, der König des Backgammon, hat eine Methode, dem jungen Mann das Leben wieder beizubringen. Bald sind die beiden mit einem Tandem unterwegs, im Gepäck ein Backgammon-Spiel. Von Deutschland radeln sie via Italien und Ungarn Richtung Heimat. Für Alex wird es eine Reise zu seinen Erinnerungen – an die Kindheit, an die Flucht aus Bulgarien – und zu sich selber, in ein neues Leben …

Die phantastische Reise von Großvater und Enkel führt den Zuschauer durch die bildgewaltigen Landschaften Europas und durch eine dramatische Familiengeschichte, die sich über zweieinhalb Jahrzehnte erstreckt und mit viel Humor und Wärme erzählt wird.

Vorlage zu dem Film ist einer der schönsten und aufregendsten Romane über Migration, der jemals geschrieben wurde. Der gleichnamige erste Roman des Autors Ilija Trojanow, in Bulgarien geboren und selbst – wie seine Protagonisten – nach Deutschland emigriert, hat das Buch in deutscher Sprache verfasst.

»[…] Die Kaffeehaus-Philosophie hat genau die richtige Mischung aus Lebensweisheit und Scharlatanerie.« Frankfurter Rundschau

»Ein Film, der das Herz am rechten Fleck hat.« Der Tagesspiegel

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Donnerstag, 5. August

Der Traum

von Niels Arden Oplev, Dänemark 2005, 105 min, DF

Der TraumDänemark, Ende der 60er-Jahre: Das Leben von Frits verändert sich für immer, als er eine verkratzte Schallplatte mit Martin Luther Kings Rede »I have a dream« anhört. Frits verfolgt auf dem ersten Fernseher der Familie die Protestbewegung der 68er-Jahre und die amerikanische Bürgerrechtsbewegung. Er ist begeistert von Rock'n'Roll, seinem neuen Hippie-Lehrer und der Aufbruchsstimmung einer ganzen Generation. Doch sein Glaube an Gerechtigkeit gerät ins Wanken, als er Opfer der brutalen Wutattacken des Schuldirektors Lindum-Svensson wird. Frits benennt sich in Martin um – und beginnt zu träumen: von einer Schule ohne Angst. Seine glühende Bewunderung für Martin Luther King gibt ihm die Kraft zur Rebellion gegen die scheinbar unanfechtbare Obrigkeit. Dabei wird nicht nur sein Mut auf eine harte Probe gestellt, sondern auch seine Eltern, Mitschüler und Lehrer werden gezwungen, Stellung zu beziehen.

»›Der Traum‹ ist aufwändiges, hervorragend interpretiertes und inszeniertes (Gefühls-)Kino, mit einer großen und kämpferischen Kraft. Und: Es ist eine der ergreifendsten Vater-Sohn-Geschichten des Kinos – ein Ringen um gegenseitigen Halt, Kraft und Lebenssinn, bei dem Jung und Alt stets gleichberechtigt sind. Ein Traum.« Filmdienst

Freitag, 6. August

Die große Reise

von Ismaël Ferroukhi, Marokko/Frankreich 2004, 102 min, OmU

Die große ReiseDer junge Franzose Réda, Sohn marokkanischer Einwanderer, steht kurz vor dem Abitur, da verlangt sein Vater, dass er ihn auf der traditionellen Pilgerreise nach Mekka begleitet. Für den alten Mann kommt ein Flug nicht in Frage, weshalb Réda ihn im Auto chauffieren soll.

Über 5000 Kilometer im Auto – quer durch den Balkan und den Nahen Osten. Neben dem Generationenkonflikt reißt von Kilometer zu Kilometer der kulturelle Graben zwischen ihnen weiter auf. Der Vater, seit dreißig Jahren in Frankreich, hält nach wie vor an den muslimischen Traditionen fest und lehnt den westlichen Lebensstil seines Sohnes deutlich ab. Réda hat mit Religion und Tradition nichts am Hut und beobachtet die Handlungen des Vaters mit unverhohlener Skepsis.

»Der Film ist ein faszinierend menschliches Road-Movie über einen Generationskonflikt, über die Immigration und über die Religion. Er zeigt eine Realität des Islams, die nichts mit gängigen negativen Sensationsklischees zu tun hat. Ein brillanter Erstlingsfilm von Ismaël Ferroukhi und eine große Produktion.« Filmdienst

»Wahrhaftig und berührend. Mit zwei mitreißenden Schauspielern – ein großer Film.« Rolling Stone

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Samstag, 7. August

Saint-Jacques … Pilgern auf Französisch

von Coline Serreau, Frankreich 2005, 103 min

Saint-Jacques … Pilgern auf FranzösischClara, Claude und Pierre sind entsetzt: Das Erbe ihrer Mutter wird erst ausbezahlt, wenn sich alle drei zusammen als Pilger auf den Weg nach Santiago de Compostela machen. Schlimmeres können sich die drei kaum vorstellen, denn erstens können sie sich gegenseitig nicht riechen, und zweitens geht ihnen wandern grundsätzlich gegen den Strich. Doch das Geld können alle gut gebrauchen, und so schließen sie sich laut protestierend einer illustren Reisegruppe an.

Dort müssen sie feststellen, dass sie beileibe nicht die einzigen widerwilligen Teilnehmer sind. Reiseleiter Guys Fernbeziehung steht kurz vor dem Kollaps, der junge Araber Saïd ist bloß der Liebe wegen hier, und sein unbedarfter Cousin im Schlepptau wähnt sich auf dem Weg nach Mekka. Alle haben sie viel zu viel Gepäck und von Gruppendynamik noch keine Spur. Aber kalte Duschen und Blasen an den Füßen fördern das Wir-Gefühl. Der Weg nach Santiago de Compostela ist lang und die Reise dahin voller überraschender Einsichten.

»Mit ›Saint Jacques‹ ist Regisseurin Serrau ein wunderschöner Film gelungen, der – in grandiosen Bildern schwelgend – humorvoll und rührend davon erzählt, was es heißt, ein Mensch zu sein. Der Grund: Die neun Gefährten, die sich hier auf dem Weg machen, sind zwar nicht so fantastisch wie bei J.R.R. Tolkien, aber nicht minder interessant – wohl kaum einer, der da nicht gerne dazu gehören würde. Eines jedenfalls steht fest: Ganz unwillkührlich möchte man, wenn man aus dem Kino kommt, den Rucksack packen, die Schuhe schnüren und selbst loswandern – vielleicht mit den Worten ›Ich bin dann mal weg‹.« ZDF

»Wahrer Balsam für Geist und Seele.« Stern

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Sonntag, 8. August

Nokan

von Yojiro Takita, Japan 2008, 130 min

NokanGerade hat Daigo sich ein neues Cello gekauft – da geht sein Orchester bankrott! Schon ist er das Cello wieder los, die Stadtwohnung dazu – und fragt sich, ob er überhaupt zum Musiker berufen war. Notgedrungen zieht er mit seiner Frau Mika zurück in die ländliche Heimat im Norden Japans, ins verwaiste Haus seiner Eltern.

Auf der Suche nach einem neuen Job entdeckt er die Anzeige eines auf »Abreisen« spezialisierten Unternehmens. Der exzentrische Chef Sasaki engagiert ihn auf der Stelle. Daigo kann sein Glück kaum fassen, da eröffnet ihm Sasaki die wahre Natur seines Geschäfts: Er soll die Leichen Verstorbener nach altem Ritual für die Bestattung vorbereiten.

Daigo, der sich in einem Reisebüro wähnte, ist entsetzt, aber er kann nicht mehr zurück und entdeckt, angeleitet von Sasaki, zur seiner Überraschung allmählich die Schönheit und den Trost der altehrwürdigen Zeremonien, mit der vor den Augen der meist zerstrittenen Angehörigen Tote ihre Anmut und Würde wiedererhalten, zum letzten Abschied. Seine Frau Mika hingegen ist alles andere als entzückt, als sie die Wahrheit über seine neue Berufung erfährt – und stellt ihn vor eine schwierige Wahl …

Humorvoll und tief bewegend – Yojiro Takitas meisterhaftes, musikdurchwehtes Drama über die Macht der Liebe, die Kraft der Familienbande und das Glück der letzten Stunde, lässt kein Auge trocken.

»›Nokan‹, verdientermaßen mit dem Oscar prämiert und rundum herausragend besetzt, ist einer der schönsten und anrührendsten Filme des japanischen Kinos. Eine Meditation, durchdrungen von Poesie, Weisheit und zärtlichen Klängen, ohne jeglichen Anflug von Kitsch oder Sentiment. Kurzum: ein Meisterwerk!« ARD Tagesthemen

»Eine solche Auseinandersetzung mit dem Sterben hat es im Kino noch nicht gegeben: Berührend, tröstend, eindringlich – wunderbar!« heute-journal, ZDF

Preise

  • Oscar 2009 – Bester fremdsprachiger Film
  • Japanischer Filmpreis 2009 – Bester Film, Beste Regie, Bester Darsteller u.a.
  • Palm Springs 2009 – Publikumspreis Bester Film

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Montag, 9. August

Swing

von Toni Gatlif, Frankreich 2002, 90 min

SwingMax, ein 10-jähriges Einzelkind, liebt den Jazz Manusch: Als er den Gitarrenvirtuosen Miraldo spielen hört, wird diese Musik zu seiner Leidenschaft. Sie führt ihn ins Sinti- und Roma-Quartier, wo er sich eine alte Gitarre kauft. Dank Miraldos Unterricht lernt Max nicht nur die Musik, sondern auch die Kultur der Sinti und Roma kennen. Innerhalb kurzer Zeit freundet er sich mit der gleichaltrigen Swing an, die ihn durch ihre Anziehungskraft, ihr Selbstvertrauen und ihre Freiheit in Bann zieht …

»Gatlifs Film ist nicht nur eine Hommage an eine lange Zeit unterschätzte Variante des Jazz, er ist vor allem die anrührende Geschichte einer vorsichtig keimenden ersten Liebe. Dafür sorgen in erster Linie die beiden Kids, die diese zarte Geschichte mit aller Überzeugungskraft spielen. ›Swing‹ swingt, macht Spaß und hat etwas zu erzählen, ohne mit dem pädagogischen Zeigefinger zu arbeiten.« Cinema

»›Swing‹ ist ein Glanzstück, das hierzulande seinesgleichen sucht.« Freitag

Dienstag, 10. August

Die Band von nebenan

von Eran Kolirin, Israel 2007, 83 min, OmU

Die Band von nebenanEinst, vor nicht allzu langer Zeit, landete eine kleine ägyptische Polizeikapelle in Israel. Sie waren gekommen, um bei der Eröffnung eines arabischen Kulturzentrums aufzuspielen. Doch Bürokratie, Pech oder einfach nur dumme Zufälle ließen sie bereits am Flughafen stranden.

Sie versuchten, sich auf eigene Faust durchzuschlagen, um sich schließlich in einem gottverlassenen Nest mitten in der israelischen Wüste wiederzufinden. Eine verlorene Kapelle an einem verlorenen Ort … Und da es in dem trostlosen Städtchen auch kein Hotel gibt, muss die schüchterne Truppe private Quartiere für die Nacht finden. Ganz unvorhergesehen kommen sich Ägypten und Israel durch dieses dumme Missgeschick sehr nah.

»Die Band von nebenan« kreist um die kleinen Gemeinsamkeiten unterschiedlicher Menschen aus zwei Ländern, die seit langer Zeit eine Nachbarschaft des »kalten Friedens« miteinander pflegen. Eran Kolirin hat für seine Betrachtung dieses Kulturenkonflikts keine dramatische Geschichte gewählt, sondern schildert fast schon beiläufig kleine Ereignisse aus einem absurden Alltag – mit lakonischem Humor, perfektem Timing und schwebender Melancholie. »Die Band von nebenan« ist ein Triumph der Menschlichkeit über alle kulturellen und politischen Differenzen hinweg.

»Grossartig! […] Die humorig und melancholisch inszenierte Völkerverständigung […]ist berührend und witzig anzuschauen. Man könnte fast glauben, es mit dem schönsten Film dieses Jahres zu tun zu haben!« Neue Züricher Zeitung

»Voll zärtlicher Poesie […] Eine kleine Schule der Sehnsucht.« Tagesspiegel

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Mittwoch, 11. August

Der Hals der Giraffe

von Safy Nebbou, Frankreich 2004, 84 min

Der Hals der GiraffeDie neunjährige Mathilde verlässt eines Nachts heimlich das Haus, in dem sie allein mit ihrer Mutter Hélène wohnt, um ihren Großvater Paul aus dem Altersheim zu entführen. Mit ihm will sie ihre verschollene Großmutter finden, die vor 30 Jahren Paul und die gemeinsame Tochter Hélène verlassen hat.

Wo sich diese aufhält, glaubt Mathilde aus einem Stapel ungeöffneter Briefe zu wissen, mit denen ihre Großmutter wieder mit ihrem Exmann Paul, ihrer Tochter Hélène und der ihr unbekannten Enkelin in Kontakt kommen wollte. Mathildes Großvater hatte die Briefe aus verletztem Stolz nie geöffnet und sie zuerst vor seiner Tochter und später auch vor seiner Enkelin verheimlicht. Erst bei seinem gesundheitsbedingten Umzug ins Altenheim werden sie zufällig von Mathilde entdeckt.

Als seine Enkelin mitten in der Nacht vor ihm steht und vehement seine Unterstützung bei ihrer Suche nach der verschollenen Großmutter fordert, ahnt Paul, dass er einen Fehler gemacht hat. Derart von seiner Vergangenheit eingeholt, bricht Paul von seiner Enkelin genötigt mit ihr nach Biarritz auf, an den Ort, an dem sich vor 30 Jahren die Wege der Familie getrennt hatten.

»Safy Nebbous Film ist ein berührendes Roadmovie, das äußerlich von Paris bis in die spanischen Pyrenäen führt, und innerlich eine Reise in die Vergangenheit einer Familie darstellt. Durch die Initiative ihrer Tochter bzw. seiner Enkelin, Mathilde, arbeiten Hélène und Paul blinde Flecken in ihrer Familiengeschichte auf. Die Auseinandersetzung dreier Generationen miteinander ermöglicht es, dass sich die Protagonisten von überholten Verhaltensmustern befreien und neue Beziehungen zu einander finden. Das einzig Traurige ist, daß es viel zu wenige Filme wie diesen gibt, die kein monumentales Sujet brauchen, um einfach wunderschön erzählt zu sein.« Schnitt

Donnerstag, 12. August

Ganz nah bei dir

von Almut Getto, Deutschland 2009, 88 min

Ganz nah bei dirDer verschrobene Phillip (Bastian Trost) lebt zurückgezogen in seiner eigenen kuriosen Welt. Tagsüber untersucht er im Keller der Zentralbank Geldscheine auf ihre Echtheit. Die Abende verbringt er an der Bar einer lokalen Kleinkunstbühne und sieht sich dort in seinem Werturteil bestätigt: Die Menschen sind völlig durch den Wind!

Als die blinde Cellistin Lina (Katharina Schüttler) gegen seinen Tisch und in sein Leben stolpert, gerät Phillips Welt jedoch ins Wanken. Unerwartet findet er Gefallen an der jungen Musikerin, die sich ihm trotz ihres Handicaps furchtlos und aufgeweckt entgegenstellt.

Angenehm irritiert kehrt er nach Hause zurück und wird dort endgültig aus seinem geordneten Alltag gerissen: Seine Wohnung wurde komplett ausgeräumt. So kommt es, dass Phillip sich dem Leben nicht länger verweigern kann.

»Sechs Jahre hat es gedauert, daß Almut Getto nach dem famosen ›Fickende Fische‹ ihren zweiten Kinofilm realisieren konnte – unzählige Drehbuchfassungen, Neuausrichtungen der Charaktere und Stimmungen und immer wieder Präzisierungen, Verknappungen. ›Ganz nah bei dir‹ indes ist jeden Tag des Wartens wert, ein ungeahntes Juwel in diesem Kinojahr, das hoffentlich nicht allzu schnell übersehen wird.« schnitt

»›Ganz nah bei dir‹ ist keine bedrückende Reflexion über selbst verschuldete Einsamkeit, kein Moralisieren über den Umgang mit Blinden, sondern eine kurzweilig-komische Liebesgeschichte. Man lacht – und denkt trotzdem nach.« Berliner Tagesspiegel

Preise

  • Internationales Filmfest Emden – Publikumspreis
  • Max-Ophüls-Festival Saarbrücken – Publikumspreis

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Freitag, 13. August

No. 2

von Toa Fraser, Neuseeland 2005, 92 min

No. 2Es ist still geworden im Haus No. 2 in der Vorstadtsiedlung Mt. Roskill – längst wird nicht mehr gefeiert, nicht einmal mehr gestritten. Aber heute will Nanna Maria, eine schon etwas in die Jahre gekommene Fidschi-Matriarchin, das ändern. Das Leben soll endlich zurückkehren in das Haus, in das sie einzog, als sie von Fidschi nach Auckland, Neuseeland auswanderte.

Gerade ist sie wach geworden, geweckt durch einen Traum. Dieser Traum erinnert sie an die grandiosen Familienfeste, bei denen sie als Kind zu Gast gewesen war. Und ihr Entschluss steht fest: Sie wird ein Fest geben, wie es das Haus Nr. 2 seit langem nicht mehr erlebt hat. Und das noch heute! Ein Fest wie früher soll es sein – mit Gesang und Tanz und Gelächter. Und so trommelt die alte Dame ihre Enkelinnen und Enkel zusammen, denn unter ihnen will sie einen Nachfolger bestimmen. Es gibt Wein, Gesang, Gelächter und Tanz – und auch der obligatorische Streit stellt sich bald ein …

»›No. 2‹ bietet in erster Linie charmante, erfrischende und mitreißende Unterhaltung mit kulturellem Kolorit vom anderen Ende der Welt. Die familiären Konflikte und ihre Austragung, die mit harmonischen Sequenzen einer unzerstörbaren Zusammengehörigkeit durchsetzt sind, flackern in turbulenter Manier lebhaft und wild auf und wenn es eine Botschaft gibt, so mag sie lauten: Bei Zeiten muss unbedingt gefeiert werden, und zwar mit allen Emotionen und Facetten, die das Leben zu bieten hat.« kinozeit

»Ein südpazifisches Fest!« Tagesspiegel

Preise

  • Sundance Film Festival 2006 – Publikumspreis
Samstag, 14. August

Zimt und Koriander

von Tassos Boulmetis, Griechenland 2003, 103 min

Zimt und KorianderDer griechische Astrophysiker Fanis erfährt, dass sein Großvater Vassilis erkrankt ist. Er macht sich auf eine letzte Reise zu ihm nach Istanbul, wo die ganze Familie einst lebte. Fanis beginnt, sich zu erinnern: An seine Kindheit in Istanbul, wo ihm der Großvater anhand von Gewürzen erste Lektionen in Astronomie erteilte. Im Wort »Gastronomie« steckt auch das Wort »Astronomie«, so der alte Mann. Pfeffer ist warm und brennt wie die Sonne, Zimt ist süß und bitter wie die Venus und damit die Frauen. Gewürze haben magische und heilende Fähigkeiten, erfährt Fanis in den spannenden Stunden mit dem Großvater, auf dessen Dachboden er mit dem Mädchen Saime immer spielte.

Doch die Idylle zerbricht, als die Türken 1964 die Griechen zwingen, das Land zu verlassen. Fanis' Familie trauert um ihre Heimat, und für den siebenjährigen Fanis bricht die Welt zusammen: Er muss nicht nur seinen Großvater, sondern auch seine beste Freundin Saime zurücklassen. Nun, 30 Jahre später, fragt sich Fanis, der inzwischen selbst mit Leidenschaft kocht, ob er es geschafft hat, seinem eigenen Leben genug Würze zu geben.

Humor, Zartgefühl, ein Schuss Romantik und kulinarische Köstlichkeiten, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, sind die wesentlichen Ingredienzien dieser bewegenden und zugleich mit viel Witz erzählten Geschichte.

»Damit es interessant bleibt, braucht das Leben ein bisschen Würze, ›A touch of spice‹ – wie das Essen: ›Zimt und Koriander‹ ist eine sinnliche, bitter-süße Komödie über den Verlust von Heimat, Freundschaft und Liebe und darüber, wie das Kochen wertvolle Lektionen über das Leben lehren kann.« Alamode Film